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03.03.08
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Das Lager Sandbostel Relikte, Grabungen, Forschungen Zusammengestellt von Dietrich Alsdorf
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Eine Chronik über die Oste, den stillen Fluss zwischen Heide und Meer wäre unvollständig, würde sie nicht jenen Ort des Schreckens benennen, der unter dem Namen "STALAG X B" in die Geschichte des zweiten Weltkriegs eingegangen ist. Südwestlich von Sandbostel, nur wenige hundert Meter von der Oste entfernt lag dieses Lager, von dem noch heute eine größere Anzahl von Baracken in allen Stadien des Verfalls künden.
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In Kürze wird seitens der "Stiftung Lager Sandbostel" damit begonnen werden, auf einem Teil des Lagergeländes eine würdige Gedenkstätte zur Geschichte des Lagers einzurichten.
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Zu einem Massensterben durch Hunger, Seuchen, Erschöpfung und Gewalt kam es im Herbst und Winter 1941/42 unter den sowjetischen Kriegsgefangenen sowie im April/Mai 1945 unter den nach Sandbostel verschleppten KZ-Häftlingen. Die Toten des Lagers sind auf dem etwa zwei Kilometer östlich des Lagers gelegenen Friedhof (heute "Kriegsgräberstätte") beerdigt. Ihre Zahl ist bis heute nicht abschließend geklärt. Die Schätzungen schwanken zwischen 8.000 und 50.000 Toten. Auch die Nachkriegsgeschichte ist erwähnenswert: Nachdem die britischen Truppen zunächst mehrere Areale wegen einer Typhusepidemie niedergebrannt hatten, wurden bis 1948 einige tausend SS-und NS-Führer in Sandbostel interniert.
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In den Jahren 1952 bis 1960 dienten die bis dahin noch existierenden Baulichkeiten als Durchgangslager für jugendliche DDR-Flüchtlinge. 1974 wurden die Teile des Lagergeländes, die noch nicht in Ackerland zurückverwandelt worden waren, zum "Gewerbegebiet Immenhain" erklärt. Die 25 bis heute zumindest in den Grundstrukturen erhaltenen Gebäude des Stalags X B stehen seit 1992 (mit wenigen Ausnahmen) unter Denkmalschutz.
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Die sowjetische Militäradministration ließ im Sommer 1945 auf dem Friedhof Sandbostel ein Ehrenmal für die dort beerdigten Rotarmisten errichten. 1949 wurde der gesamte Friedhof einplaniert und umgegraben. Danach wurden die 53 sowjetischen Massengrabreihen oberirdisch auf einer wesentlich kleineren Fläche zu (heute 14) "Sammelgräbern" zusammengelegt; die Grabanlage entspricht also z. T. nicht der tatsächlichen Lage der Toten. 1956 wurde das sowjetische Ehrenmal - u. a. wegen der auf ihm vermerkten angeblich weit überhöhten Zahl der Toten- auf Betreiben des Landkreises Bremervörde und des niedersächsischen Innenministeriums gesprengt.
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1956 wurde auch die Umbettung von fast 3000 KZ-Häftlingen aus Massengräbern in der Region auf den Friedhof Sandbostel im Wesentlichen abgeschlossen. Die Überreste der nichtsowjetischen Kriegsgefangenen wurden größtenteils in ihre Heimatländer, die der Italiener auf den Zentralfriedhof in Hamburg-Öjendorf überführt. Heute befinden sich noch etwa 150 Einzelgräber von polnischen, jugoslawischen und unbekannten Kriegsgefangenen auf dem Friedhof.
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Die nationalen Veteranenverbände der Kriegsgefangenen und die Organisationen der überlebenden KZ-Häftlinge wie die Amicale Internationale de Neuengamme setzten sich nach dem Krieg dafür ein, dass die Geschichte des Stalags X B nicht in Vergessenheit geriet und dass die Grabstätten der Toten von Sandbostel in einem würdigen Zustand gehalten wurden. Für ihre Pflege war seit 1946 das Land Niedersachsen zuständig; seit 1973 wird der Friedhof von der Gemeinde Sandbostel betreut. Nach Öffnung der Grenzen zwischen Ost und West kommen zunehmend auch Besucher aus der ehemaligen Sowjetunion nach Sandbostel.
Text: Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e.V.
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Diese Fotos wurden von einem Lehrer aus Bargstedt während eines Schulausfluges 1941 heimlich aufgenommen
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Das Lager Sandbostel war zumindest in den ersten Jahren seines Bestehens Ziel von Schulausflügen. So unternahm ein Bargstedter Lehrer Anfang September 1941 mit seiner Schulklasse eine Radtour zum 30 Kilometer entfernten Lager. Es war kurz bevor Tausende sowjetische Kriegsgefangene brutal über die Straßen von Bremervörde bis zum Lager getrieben wurden. Bevor das große Leiden und Sterben begann. Die einmaligen Fotos wurden heimlich aufgenommen, denn das Fotografieren derartiger Objekte war streng verboten.
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Dicht am Lagerzaun vorbei, dessen Aufbau hier gut zu erkennen ist, ging die Radtour. Der Posten auf dem Wachtturm merkte nicht, dass Lehrer Hillmann fotografiert.
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So sah es an der Straße von Heinrichsdorf nach Sandbostel 1941 aus. Rechts die Schienen der Moorbahn, mit der Jahre später halbverhungerte und sterbende KZ-Häftlinge mittels Loren ins Lager transportiert wurden.
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Der Schulausflug begegnete im Vorlager Gefangene, die im Moor geborgene Stubben zuerteilten. Im Hintergrund das noch heute bestehende Wasserwerk.
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Kriegsgefangene aus dem Lager Sandbostel wurden zum Teil im Lagerbereich selbst zu Arbeiten herangezogen. Der überwiegende Teil aber wurde außerhalb des Stalags eingesetzt, in Handwerks- und Industriebetrieben, im Moor, auf den Bauernhöfen und in der Forstwirtschaft.
Die Einsatzorte reichten von der Ems bis an die Elbe. Untergebracht wurden die Gefangenen in umgebauten Scheunen oder Tanzsälen.
Die hier gezeigten Fotos stammen aus Bargstedt der Jahre 1941/42.
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In nahezu allen Dörfern gab es sog. "Arbeitskommandos" mit Kriegsgefangenen.
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Für dieses Foto haben sich die Gefangenen, Franzosen, Belgier und Serben zu einem Gruppenbild zusammengefunden.
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Ein “Arbeitskommando” wird durchs Dorf geführt.
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Auf dieser Aufnahme lässt sich ein Wachsoldat mit “seinen” Gefangenen fotografieren.
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Brief an einen belgischen Kriegsgefangenen mit der Erkennungsmarken-Nr. 3803 im Lager Sandbostel, abgeschickt im Sommer 1942 in Floreffe, südöstlich von Brüssel, Belgien. Der Brief war offen und wurde zunächst in der Poststelle auf seinen Inhalt geprüft.
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Brief aus dem Lager vom 6. Dezember 1942.
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Brief aus dem Lager vom 15. Januar 1942. Der Absender war in einem Arbeitskommando.
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